Drohnenflug in Amerika


Was findest du hier?

  • Akku-Transport im Flugzeug
  • Grundlagen zum Drohnenflug
  • Drohnenfliegen in der USA - Praxisbericht
  • Fazit
  • Links und weitere Infos

Akku-Transport im Flugzeug
Klein, handlich und mittlerweile so einfach zu fliegen wie Fahrradfahren, lohnt es sich mehr denn je, seine Drohne auf Reisen mitzunehmen. In voller 4K-Auflösung erstellen sie atemberaubende Aufnahmen aus einer Perspektive, die sonst nur den Vögeln vorbehalten ist. Jedenfalls war für mich klar, meine Drohen vom Typ DJI Mavic 2 muss mit!

Als wir in den letzten Zügen der Reisevorbereitung waren, stellte ich mir plötzlich die Frage, wie das wohl mit Lithium-Drohnenakkus im Flugzeug ist. Seit es diese vielen E-Trottinetts gibt, hat vermutlich jeder schon mal ein Filmchen gesehen, worin sich ein Lithium-Akku in einem kleinen Inferno in Rauch auflöst. Natürlich war mir auch bewusst, dass moderne Tablets und Laptops alle mit diesem Akku-Typ ausgerüstet sind und diese gehören ja mittlerweile zum Standard-Bild in den Flugzeugkabinen. Trotzdem wollte ich es etwas genauer wissen und rief mal unverbindlich die Webseite unserer Airline auf.

Unter der Rubrik „Gefährliche Gegenstände“ wurde ich letztendlich fündig und wie vermutet, gehören die Akkus in’s Handgepäck. Was ich jedoch nicht wusste, es besteht eine Kapazitäts-Obergrenze von maximal 100Wh (Wattstunden). Die Erkenntnis, ob das pro Person, pro Akku oder was auch immer ist, hat sich zumindest mir entzogen. Und als Laie kann man mit 100Wh ebenfalls nicht gerade viel anfangen. Denn auf den Akkus sind lediglich Milliamperestunden (mAh) und Voltzahlen (V) aufgedruckt. Im Netz hab ich dann einen Umrechner gefunden, der mindestens dieses Problem für mich gelöst hat. Die erlaubten 100Wh entsprechen in meinem Fall bei 15,4 Volt rund 6’500mAh. Meine drei Akkus hatten jedoch zusammen eine Grösse von 11’500mAh. Das Problem war durch Umverteilung auf drei Handgepäckstücke schnell gelöst. So war ich auf jedem Fall auf der sicheren Seite. Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann gemäss Homepage eine Sondergenehmigung beantragen. Was das bedeutet, ob und wieviel das kostet, können wir nicht sagen. Aber immerhin wird eine Lösung in Aussicht gestellt.

Insgesamt können wir sagen, dass wir auf unserer Reise mit 3 verschiedenen Fluggesellschaften geflogen sind und es nie irgendwelche Probleme mit den Akkus im Handgepäck gab.

Grundlagen zum Drohnenflug
In den USA herrschen ähnlich restriktive Bestimmungen beim Drohnenflug wie bei uns. Sie alle aufzuzählen würde den Rahmen hier sprengen. Grob gesagt: Wer sich mit unserer Gesetzeslage einigermassen auskennt und diese einhält, wird auch in den USA keine Probleme haben. Den entsprechenden Link mit allen Details dazu findet ihr wie immer am Ende des Berichts. Der grösste Unterscheid zu unseren Gesetzen ist jedoch die Registrierungspflicht bei Drohnen ab 250 Gramm. Und das ist meiner Ansicht nach eine wirklich clevere Sache. Die Registrierung als „Recreational Flyer“ (was die meisten Hobbypiloten wohl sind) erfolgt Online auf der Webseite der Federal Aviation Administration (FAA). Auch diesen Link findet ihr unten angefügt. Am Ende des recht kurzen Prozederes überweist man noch eine Gebühr von 5$ und bekommt daraufhin umgehend einen mehrstelligen Code zugeteilt. Wie man diesen auf der Drohne verwegigt, ist anscheinend egal. Gut leserlich soll es einfach sein. Einige drucken Etiketten und kleben auf, ich für meinen Teil hab's mit einem Edding von Hand draufgekritzelt. Spannend ist bei der Geschichte auch, dass wenn man bereits ein US-Visa im Sack hat und sich bei der FAA-Registrierung vertippt, das System den Fauxpas erkennt und einen gleich darauf aufmerksam macht. Das nenn ich mal interne Vernetzung.

Drohnenfliegen in der USA - Praxisbericht
Leider ist es so, dass das Drohnenfliegen in den USA, vor allem an lohnenswerten Orten, oftmals strikt verboten ist. Entweder weil man sich innerhalb eines der zahlreichen National- oder Stateparks befindet oder sonstwo in einem Gebiet mit der Bezeichnung „Recreational“. Auch die vielen grösseren und kleineren Flugplätze die überall verteilt sind, machen einem regelmässig einen Strich durch die Rechnung. Ganz zu schweigen von den teilweise nicht sichtbaren militärischen Einrichtungen. Die Homepage des Federal Aviation Administration (FAA) empfiehlt diesbezüglich eine APP namens B4UFLY (kostenlos in den App-Stores erhältlich), welche einem standortgenau zeigt, ob und wie hoch man an seinem Standort fliegen darf. Soweit, so gut. Nur dazu benötigt man mobile Daten und das - wir waren selbst kolossal schockiert - ist in den USA ausserhalb von Städten leider keine Selbstverständlichkeit. Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Auf der Fahrt durch’s Death Valley hielten wir an, um ein paar Drohnenaufnahmen zu machen. Netzabdeckung gleich Null. Aus einem Bauchgefühl heraus haben wir es dann bleiben lassen. 5 Minuten später schoss ein Kampfjet mit ohrenbetäubendem Getöse dicht über uns hinweg. Wie wir später festgestellt haben, befinden sich auch dort überall verteil ein paar militärische Einrichtungen. 


Fazit
Das Land hätte mehr als genug wunderschöne Kulissen für Drohnenaufnahmen anzubieten. Leider wurden genau diese Orte oft zu „Recreational Areas“, also zu Erholungsgebieten umgewandelt und dort gilt in der Regel ein Flugverbot. In seltenen Fällen besteht die Möglichkeit, beim Ranger für ein paar Dollar eine Spezialgenehmigung zu kaufen. Da muss man dann selbst entscheiden, ob es sich landschaftlich auch lohnt. Eine Vielzahl von militärischen, aviatischen oder sonstigen Einrichtungen verhindern den Einsatz von Drohnen zusätzlich. Und zu guter Letzt macht die oft sehr schlechte Netzabdeckung in vielen urbanen und ländlichen Gebieten der USA den Einsatz der empfohlenen APP „B4UFLY“ unbrauchbar. Ob es sich unter diesen Umständen lohnt eine Drohne mitzunehmen, muss jeder selbst entscheiden. Ich für meinen Teil würde die Drohne jedenfalls jederzeit wieder einpacken. Wenn wir auch quantitativ nicht ganz auf unsere Kosten kamen, qualitativ war das Wenige dafür der absolute Wahnsinn.

Beispiel einer unserer Drohnenaufnahmen (los geht's ab 1:33 Min.)

Links und weitere Infos

Informationen zu Lithium-Akkus im Flieger (Beispiel der SWISS Airline): https://www.swiss.com/de/de/vorbereiten/gepaeck/gefaehrliche-gegenstaende

Wattstunden in Milliamperestunden Umrechner: https://www.rapidtables.com/calc/electric/wh-to-mah-calculator.html

Registrierungs-Homepage für Drohnen in den USA: https://www.faa.gov/uas/recreational_fliers/
Fomular: 336
Kosten: 5$