Campingplätze in den USA & Canada:

Dieser etwas ausführlichere Artikel ist ein „Must-Read“ für alle, die sich gerade auf einen Camper-Trip in Nordamerika vorbereiten. Wir zeigen euch hier nicht nur die ganzen Eigenheiten der nordamerikanischen Campingplätze auf, sondern gehen auch auf die saisonalbedingten Engpässe ein, die Campinplatzpreise, die Infrastruktur sowie die ganzen Anschlüsse auf den Stellplätzen, inklusive dem dazu benötigten Zubehör. Auch für diejenigen, die mit dem eigenen Camper rüber gehen, sind einige hilfreiche Infos dabei! Es lohnt sich also, hier etwas Zeit zu investieren. Das schont nicht nur die Nerven, es hilft auch Geld zu sparen und beugt einigen unliebsame Überraschungen vor. Und nun wünschen wir euch viel Spass beim Lesen!

Standard & Eigenheiten der Campingplätze

Allgemeines:
Nach über 150 verschiedenen Campingplätzen, die wir auf unserer Reise besucht haben, können wir in diesem Bereich ein ziemlich objektives Feedback abgeben. Das grösste Manko ist in unseren Augen, dass es sowas wie ein Sterne-Bewertungssystem in den USA und Canada nicht gibt. Zumindest nichts offiziell reguliertes und verbindliches, wie man es aus Europa kennt. Irgendwann wundert man sich nicht mehr, wenn man auf einem eher teuren Platz auf eine komplett marode Infrastruktur trifft, wo in den Waschhäusern die pure Hygiene-Apokalypse herrscht, während man auf günstigen Plätzen zwischendurch immer mal wieder kolossal überrascht wird. Es scheint oft einfach von der Motivation des Betreibers abhängig zu sein, wie gut oder schlecht die Infrastruktur in Schuss ist. 
Vorab-Recherchen auf den gängigsten Internet-Portalen haben uns praktisch nichts gebracht. In den USA sind Online-Bewertungen zu einer wahren Religion geworden und wir wurden den Eindruck nicht los, dass sich genau dort ein neues Geschäftsmodell entwickelt hat. Gleichzeitig treiben sich auf den Plattformen auffallend viele notorische Nörgler herum. So haben wir mehrfach erlebt, wie aus einer Online-Perle in der Realität ein Camping-Inferno wurde und umgekehrt. 
Am erfolgsversprechendsten waren für uns letztendlich Blogbeiträge von anderen Reisenden, die sich ungefähr in unserem Anspruchs-Niveau befinden, sowie einigen ausgewählte Reise-Apps. Auf diese gehen wir in dem Artikel Reise-Apps noch etwas genauer ein.
Grundsätzlich muss man sich vor Antritt der Reise eins klar machen: Die Bedürfnisse der europäischen Camper-Szene unterscheiden sich teilweise massiv von denen der Amerikaner oder Kanadier. Wenn man es unter diesem Aspekt betrachtet, relativiert sich vieles, anderes ist und bleibt aber gewöhnungsbedürftig. Im folgenden Abschnitt einige Beispiele:

Sanitäre Anlagen:
Der Zustand der sanitären Einrichtungen ist wohl einer der grössten Unterscheide zu Europa. Hier in der Regel piekfein oder zumindest top hygienisch, teilweise sogar mit edler Motto-Einrichtung. Auf der anderen Seite des Teiches herrscht zumeist DDR-Feeling. Die Begriffe „Nüchtern“ oder „Zweckmässig“ treffen es wohl am besten. Fugen die zwischenzeitlich einen eigenen Mikrokosmos entwickelt haben, Wände und Türen die schief hängen, weil man vermutlich gerade die passende Schraube für die Reparatur nicht zur Hand hatte, Duschbrausen unter denen man sich halbtot rennt, um ordentlich nass zu werden und ab und zu ein paar zoologische Highlights. Nichts, was die meisten Campingplatz-Betreiber in Aktionismus versetzt oder was den nordamerikanischen Camper von einem Besuch abhält.
Gut, viele US-Campingvehikel verfügen über eigene grosszügige Dusch- und Toilettenbereiche und das clevere Abwasser-Management macht das Entsorgen des Abwassers zum Kinderspiel (dazu später mehr). Trotzdem war es etwas irritierend zu sehen, dass selbst auf eher luxuriösen Campingplätzen der Sanitärbereich eine sehr untergeordnete Rolle spielt.
Klar gab es auf der Reise auch Highlights. Und lustigerweise oft dort, wo man sie nicht ansatzweise vermutet hätte. Aber das waren eher Ausnahmen als die Regel. Als Hygiene-Freak mit einem Blick für keramische Ästhetik wird man sich auf dem Trip vermutlich mehr als einmal die Augen reiben.
Alles in Allem sind die Anlagen aber meist gerade so sauber, dass es einen nicht von der nötigen Körperhygiene abhält. Darüber hinaus gibt es ja Badelatschen und es ist ja zum Glück eine Eigenheit des Menschen, dass er in der Not sehr anpassungsfähig wird.
Zum Schluss aber noch eine erfreuliche Nachricht. Aus den Duschenbrausen kam stets und zuverlässig warmes Wasser!

Noch einen Hinweis: In den USA haben wir selten erlebt, dass man für's Duschen extra bezahlen muss. Anders sieht das in Canada aus, wo es eher die Regel ist. Meist müssen die Automaten mit dem sogenannten "Loonie", also der 1 CAD Münze, gefüttert werden.


Stellplätze allgemein:
Während man in Europa von einem guten Campingplatz schon fast erwartet, dass die Stellplätze sauber, eben und von akribisch getrimmten Hecken umsäumt sind, sieht es in Nordamerika etwas anders aus. Eine mattgraue, teils rissige Betonplatte als Untergrund ist kein Zeichen von Schäbigkeit, sondern ist Teil eines ausgeklügelten Stellplatz-Systems, genannt „Pull-Through“. Die parallel verlaufenden Hauptwege werden dabei durch mehrere, 45° angeordnete Verbindungswege miteinander verbunden, die gleichzeitig die Stellplätze sind. So lässt es sich selbst mit dem grössten Vehikel absolut stressfrei Einparken. Vorne rein, hinten wieder raus - grossartig!
Die Plätze entlang der äusseren Begrenzung sind meist „Back-In“. Wie es der Name schon sagt, gehts dort rückwärts rein. Platz dafür ist meist ebenfalls reichlich vorhanden.

Der Untergrund, ob Beton oder natürlicher Art, ist selten wirklich eben. Besonders auf den schönen Plätzen mitten in der Natur. Wenn ihr mit einem Wohnmobil ohne automatisches Nivellierungssystem unterwegs seid, sind alternative Niveau-Systeme (Rampen, Lego-Systemklötze, etc.) ein MUSS! Wir hatten zu Beginn Rampen aus Kunststoff, die gemäss Herstellerangaben genau so stabil sein sollen, wie ihre Verwandten aus Stahl. Pustekuchen - die 5,5 Tonnen Kampfgewicht unserer Bismarck (Kosename unseres Wohnmobils) haben den Plastik-Rampen innert Kürze den Garaus gemacht. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich. Denn die dabei entstehenden Kunststoff-Bruchkanten können einen Reifen im Nu aufschlitzen. Wenn Rampen, dann sollten es ab einer gewissen Gewichtsklasse die aus Stahl sein. Unsere Erfahrung haben letztendlich gezeigt, dass man mit den platzsparenden Lego-Systemklötzen (Leveling Blocks) am besten fährt. Ein Set beinhaltet meist 10 aufeinander gestapelte Platten, die man nach belieben zu Rampen oder sonst was zusammenbauen kann (Preis bei Walmart: ca. 30 USD). Der Nachteil ist, dass die 10 Stk. bei sehr unebenem Untergrund oft nicht ausreichen. Viele hatten deswegen gleich zwei dieser Sets im Laderaum. Mit etwas Kreativität und einer gewissen Toleranz gegenüber unebenem Schlafen kommt man aber auch mit einem Set gut klar.
Zur Grundausstattung der Stellplätze gehört in der Regel eine Tisch-/Bank Garnitur sowie eine kleine Feuerstelle. Da die Tisch-/Bank Garnituren oft schon etwas in die Jahre gekommen sind, würden wir euch dringend den Kauf einer netten Tischdecke empfehlen. Die Feuerstelle besteht oft einfach aus einer umfunktionierten LKW-Felge, in der man am Abend ein schönes Feuer machen machen kann. Das Holz dazu kriegt man an Tankstellen, Einkaufszentren oder meist auch  an der Rezeption, wobei die Preise meist eine Frechheit sind. Wer gerne draussen grilliert, sollte sich dann aber doch eher einen günstigen Grill (z.B. von Walmart) anschaffen. Platz dafür ist in den meisten US-Campern sowieso reichlich vorhanden und das Gewicht spielt auch keine Rolle.

Campingplatz Infrastruktur: 
Ein weiterer Unterscheid zum europäischen Standard, den man besonders auf etwas grösseren Plätzen erwartet, ist das Fehlen von Unterhaltungsprogrammen. Besonders wer mit Kindern reist, sollte das beachten. Das Angebot an Aktivitäten, besonders für die Kleinen, beschränkt sich meist auf einen kleinen, nicht sehr liebevoll gestalteten Spielplatz und (wenn vorhanden) den Pool. Wobei auch hier zu beachten ist, dass in den nördlichen Gefilden die Pools ab Oktober meist geschlossen sind. Die absoluten Highlights auf der gesamten Reise waren einmal ein Wasserpark und zwischendurch mal eine kleine Minigolfanlage. Aber generell legt man auf den Campingplätzen keinen gesteigerten Wert auf die Unterhaltung ihrer Gäste, was aber auch von den Einheimischen nicht erwartet, bzw. gewünscht wird. Vielmehr werden die zahlreichen Ausflugsziele ausserhalb besucht und am Abend setzt man sich mit ein paar Leuten um's Feuer. Je nach Region nehmen die Leute auch gerne mal ihre Quads oder andere Geländefahrzeug auf einem Hänger mit. Damit geht’s dann in die Pampa zum Offroad.
Restaurants findet man auf dem Campingplatz selten bis gar nicht. Das Angebot beschränkt sich meist auf einen kleinen „Tante Emma Laden“ bei der Rezeption, wo man sich mit dem Nötigsten eindecken kann. Wer einkaufen oder essen gehen will und wie wir dazu nicht das Wohnmobil benutzen möchte, kann sich einen der sehr kostengünstigen Fahrdienst bestellen. Wenn man sich nicht gerade im Nirgendwo befindet, ist das kein Problem. In Canada waren zu unserer Zeit die Fahrdienste, wie z.B. Uber, jedoch noch weitgehend verboten. Dann muss man halt auf die etwas teureren Taxis ausweichen. Nicht selten liegen Einkaufszentrum und/oder Restaurants aber auch in Gehweite.

Campingplatz Preise:
Ein Campingplatz in den USA oder Canada kostet aus unserer Erfahrung im Schnitt ca. 35 USD pro Nacht (alle Personen und Fahrzeuge inklusive). Ausreisser nach oben bilden die Campingplätze in der Nähe von Grossstädten oder Touristenmagneten. Dort herrscht das eiserne Prinzip von Angebot und Nachfrage. Während man aber in der Nähe von Grossstädten gut und gerne mal 140 USD für einen schäbigen Hinterhof-Stellplatz bezahlt, bieten diejenigen in der Nähe von Natur-Attraktionen für rund 110 USD  wenigsten einen gewissen Standard.
In den südlichen Staaten der USA, wie z.B. Arizona, Florida oder Teilen von Texas, wo die „Snowbirds“ (Senioren in ihren stattlichen Wohnmobilen) überwintern und im Sommer die Touristen aus aller Welt heranströmen, muss man im Landesinneren mit rund 50 USD pro Nacht rechnen, an der Küste eher mit ca. 100 USD. Sowas wie eine Haupt-, Zwischen- oder Nebensaison gibt es dort oft gar nicht. Wir haben sogar erlebt, dass die Preise in den Winter hinein sogar noch angehoben wurden.
Es gibt in den USA und Canada natürlich auch eine Vielzahl von Möglichkeiten, kostenlos zu übernachten: Walmart-Parkplätze, zu Gast bei einem „Harvest Host“ Betrieb oder das sogenannte „Dry Camping“ oder „Boondocking“ (freies Stehen ohne Anschlüsse) um nur einige zu nennen. Genaueres dazu, wie man diese Orte findet, was sie bedeuten und welche Bedingungen teilweise daran geknüpft sind, haben wir für euch ebenfalls in der Rubrik Reise-Apps und Free Overnight Parking zusammengestellt.

Camping-Season:
Wir haben stets versucht, möglichst frei zu Reisen und die Spontanität auch bei der Platzwahl zu bewahren. Mit der Zeit hat man den Dreh raus, wann das geht und wann man dringend davon absehen sollte. Grundsätzlich würden wir sagen, dass sich die Camping-Hochsaison irgendwo zwischen dem „Memorial Day“ (Ende Mai) bis Labour Day (Anfang September) befindet. Es gibt aber noch ein paar weitere Faktoren zu beachten. Nebst dem Blick auf den Schulferienkalender hat es sich bewährt, regelmässig ein Auge auf den Feiertagskalender der jeweiligen Region oder des Landes zu werfen. Denn "Holidays" bedeuten für die Amerikaner und Kanadier oft „Camping-Days“.
In den bereits erwähnten südlichen Staaten der USA, gilt es für die schönen Plätze generell etwas vorausschauender zu planen, da dort das ganze Jahr über die Kundschaft anrollt. Einige Campingplätze haben sich sogar komplett auf die Snowbirds (rollenden Rentnerschaft) eingestellt. Dort sind dann nur Gäste über 50 Jahre und ohne Kinder erlaubt. Ein weiterer Grund, sich vorab etwas genauer über den Platz seiner Wahl zu informieren.


Ein qualitativer Wermutstropfen:
Wie wir einleitend geschrieben haben, gibt es in den USA und Canada keine wirklich verlässliche Quelle, anhand welcher man vorab den Standard eines Campingplatzes abschätzen kann. Es gibt jedoch einen Wermutstropfen: Die Campingplätze aus der KOA-Kette. Diese Campingplätze ziehen sich wie ein dichtes Netz über den gesamten nordamerikanischen Kontinent. Für uns waren diese Plätze mehr als einmal ein sicherer Hafen, wenn wir wieder mal das Bedürfnis nach etwas gehobenem Standard hatten und/oder die Gegend gerade nicht sehr einladend erschien. Die Plätze kosten rund 10-20% mehr als die regionale Konkurrenz, aber diese Investition war es uns oft einfach wert.
Denjenigen die etwas länger unterwegs sind, würden wir sowieso die „KOA-Membercard“ an’s Herz legen. Für den Einstandspreis von 33 USD bekommt man nicht nur einen Rabatt auf die Übernachtungen, sondern dank eines Punktesystems auch ab und zu in den Genuss einer Gratisübernachtung. So hat man den Einstandspreis im Nu wieder raus und im Endeffekt bezahlt man nicht mehr, wie sonst wo.
Natürlich hat KOA auch eine eigene App mit vielen nützlichen Funktionen, die man kostenlos im Netz herunterladen kann (dazu mehr unter der Rubrik
Reise-Apps).

Anschlüsse auf den Campingplätzen & Zubehör:

Allgemeiner Umfang:
In diesem Abschnitt geht es um den allgemeinen Umfang und die Stärke der Anschlüsse auf den Campingplätzen sowie die Art, wie man sie anschliesst. Wie überall gibt es natürlich auch in den USA und Canada keine allgemeinverbindlichen Angaben darüber, über welche Anschlüsse die einzelnen Campingplätze verfügen. In seltenen Fällen kann es auch vorkommen, dass man beim Strom für Extra-Power auch extra bezahlen muss. Im Beispiel dieses Berichts geht es um einen sogenannten "Full Hookup" Stellplatz (also alle Anschlüsse vorhanden). So, wie man die Plätze in den meisten Fällen antrifft.
Besonders die Amerikaner verbringen ihre wertvolle Freizeit nicht gerne mit der Bewirtschaftung ihres Campers. Deshalb bieten die meisten halbwegs seriösen Campingplätze das sogenannte „Full Hookup“ an. Das bedeutet, dass die Stellplätze über grosszügig dimensionierte Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüsse verfügen (und natürlich TV). Entsprechend sind die amerikanischen Camper auch darauf ausgelegt, dass man sein Fahrzeug anschliessen und die Bewirtschaftung danach so gut wie vergessen kann. Heisst: Kein Schleppen von Toilettenkassetten oder ständiges Nachfüllen von Frischwasser, etc.
Auf das dafür notwendige Zubehör werden wir ebenso eingehen, wie auf einige sehr nützliche Hilfsmittel dazu. Diese Empfehlungen richten sich nicht nur an Leute, die einen etwas ausgedehnteren Trip planen. Es lohnt sich u.U. auch für Kurzurlauber mit einem Miet-Camper, sich hier eimal kurz durchzulesen. Denn das Zubehör, welches einem in den Mietcampern zur Verfügung gestellt wird, ist meist weder funktional noch sehr hygienisch. Dazu sind die meisten der von uns empfohlenen Gegenstände weder teuer, technisch anspruchsvoll noch sperrig, so dass es sich auch bei kürzeren Trips bereits lohnen könnte, ein paar Dollar dafür zu investieren.
Das Zubehör gibt es in jedem der zahlreichen Camping-Shops zu kaufen. Wir würden euch allerdings empfehlen, sich während eines Einkaufsstopps in einem Supermarkt mal kurz in der Camping-Abteilung umzusehen. Besonders die Walmart Supercenter haben teilweise eine enorme Auswahl an Zubehör zu sehr guten Preisen!

(Frisch-)Wasseranschlüsse:
Die meisten amerikanischen Campingmobile verfügen über drei Arten von Wasseranschlüssen:

  • "Fresh Water Connection“: Frischwasseranschluss zum Befüllen des Wassertanks (On-Board-Tank).
  • „City Water Connection“: Dies ist grundsätzlich der Standardanschluss, wenn man sich auf einem Campingplatz mit eigenem Wasseranschluss befindet. Das Frischwasser gelangt so ohne Umwege direkt vom Wasserleitungsnetz auf das interne Leitungssystem des Campers.
  • „Sewer Tank Flusher“: Wasseranschluss zum aus-/durchspülen des Schwarzwassertanks (Fäkaltank).

 

Alle Wasseranschlüsse am Camper sind mit einem 1/2“ Innengewinde ausgestattet. Als Pendant dazu befindet sich auf der Parzelle ein Wasseranschluss mit einem  1/2“ Aussengewinde. Ab und zu befindet sich der Wasseranschluss zwecks Frostsicherung auch Unterflur in einer Box. Aber wer sucht, der findet!

Benötigtes-/Empfohlenes Zubehör:
Wasserschlauch (Drinking Water Hose): Es lohnt sich definitiv, statt eines normalen Gartenschlauches einen etwas teureren Trinkwasserschlauch zu kaufen. Das wirkt sich nicht nur auf den Geschmack des Wassers aus, der ohnehin in den USA nicht sehr prickelnd ist, sondern in erster Linie auf die Hygiene. Auch bei der Länge sollte man nicht zu sparsam sein. Auf einigen Stellplätzen sind die Wasseranschlüsse wirklich sehr unvorteilhaft platziert und/oder befinden sich auf der falschen Seite des Campers. Daher würden wir empfehlen, ein paar Dollar mehr in die Hand zu nehmen und mindestens einen 50 Feet (ca. 15 Meter) Trinkwasser-Schlauch zu kaufen
Preis: ca. 30 USD

Druckregulierer (Pressure Regulator): Vor allem die Amerikaner haben ein grosses Problem mit dem Leitungsdruck in ihrem Wasserversorgungsnetz. Ist man an die „City Water Connection“ angeschlossen, kann dies bei Überdruck zu Leitungsschäden im Camper und damit zu einem sehr unschönen Wasserschaden führen. Aus diesem Grund wird einem dringend empfohlen, sich einen „Pressure Regulator“ (Druckregulierer) anzuschaffen. Einmal fix auf ein Ende des Anschlussschlauches geschraubt, sorgt er für einen Maximaldruck von 5 Bar.
Preis: ca. 9 USD

Wasserfilter (RV Water Filter): Das Trinkwasser in den USA ist grundsätzlich nicht „giftig“. Trotzdem hatten praktisch alle Einheimischen noch zusätzlich einen „RV Water Filter“ in die Wasserzuleitung eingebaut. Dieses meist hellblaue, torpedoförmige Gebilde beinhalten einen Aktivkohlefilter, der Verunreinigungen aller Art eliminiert.
Den Filter in der meistverbreiteten Standardgrösse hat gemäss Hersteller eine Wirkungsdauer von 6 Monaten und wird wie der „Pressure Regulator“ ganz einfach auf das Ende des Anschlussschlauches geschraubt.
Kleiner Tipp am Rande: Ein neuer Filter sollte vor dem ersten Anschliessen kurz durchgespült werden. Die ersten paar Sekunden kommt einem nämlich eine pechschwarze Brühe entgegen.
Preis: ca. 18 US

Schnell-Schlauchverbinder (Water Hose Quick Connectors): Dank dem drehbaren Aussengewinde ist das Anschliessen des Wasserschlauches am Camper grundsätzlich keine Hexerei. Doch besonders wenn man viel unterwegs ist, geht einem das ewige an- und abkoppeln irgendwann auf die Nerven. Aber auch bei einem längeren Aufenthalt muss man ab und zu mal die Zuleitung umklemmen, z.B. zur Tankspülung oder um vor der Abfahrt den Frischwassertank aufzufüllen. Abhilfe schafft da eine kleine Investition in sogenannte „Schnell-Schlauchverbinder“ (auch bekannt als Gardena-Anschlüsse). Wir haben irgendwann sämtliche Anschlüsse und Schläuche mit einer günstigen Variante davon ausgestattet.
Preis für ein umfangreiches Set: ca. 10 USD




Abwasserentsorgung (Dumping) am Stellplatz:

Der Abwasseranschluss besteht in den meisten Fällen aus einem in den Boden eingelassenen Abwasserrohr (ca. 10cm Durchmesser), an dessen oberen Ende sich ein Innengewinde befindet. In dieses wird zuerst mal ein Adapter geschraubt (Übergang von Gewinde auf Bajonettverschluss). Das Gegenstück am Camper, der Grau-/Schwarzwasserablass, endet ebenfalls in einem Bajonettverschluss. Die beiden Anschlüsse werden dann ganz einfach mit einem flexiblen und in der Länge verstellbaren Spiralschlauch verbunden.
Entleert werden die Tanks durch das Ziehen von Schiebern (Ventil-Schieber), die entweder innen (in einem Staufach) oder aussen (direkt beim Endrohr) zu finden sind. Schwarz- und Grauwasser werden dabei getrennt voneinander abgelassen. Einige Camper verfügen sogar über zwei Grauwassertanks (weshalb auch immer), einmal für das Abwasser aus dem Spülbecken und einmal für das Duschwasser/Lavabo. Wichtig dabei ist einzig, dass man immer zuerst das Schwarzwasser und erst danach das Grauwasser ablässt. Das etwas sauberere Grauwasser spült so die Rückstände des Schwarzwassers in den Leitungen zusätzlich heraus. Weiter sollte man nach dem Entleeren die Ablassventile gleich wieder schliessen und nicht permanent offen lassen. Durch das Aufstauen des Abwassers in den Tanks können sich weniger Feststoffe am Boden festsetzen und beim Entleeren entsteht so eine nette, reinigende Sogwirkung. Die restlichen Massnahmen, wie das Verwenden von speziellem Camping-Klopapier und den Einsatz von Chemikalien in den Abwassertanks, unterscheiden sich nicht von Ritualen in Europa. So bleiben die Tanks sauber und die Füllstandsanzeigen, die in jedem Camper vorhanden sind, funktionieren länger einwandfrei.
Beim Handling empfehlen wir euch Handschuhe zu tragen und eine Flasche Desinfektionsmittel in Reichweite zu haben. Das Abwasser-System ist wirklich ausgeklügelt, aber irgendwas geht trotzdem meist daneben. Gartenhandschuhe und Desinfektionsmittel gibt’s für ganz kleines Geld in jedem Super- oder Baumarkt.

Benötigtes-/Empfohlenes Zubehör:
Abwasser-Anschluss-Set (Sewer Hose Kit): Finanziell lohnt es sich, zu Beginn der Reise gleich ein komplettes Abwasser-Anschluss-Set zu kaufen. Darin befindet sich in der Regel ein 15“ (ca. 4,5 Meter) Abwasserschlauch, alle nötigen Anschluss-Adapter, ein sogenannter „Clear Ellbow“ sowie zwei Verschlusskappen. Sämtliche Teile gibt es natürlich auch einzeln zu kaufen, sollte auf der Reise mal etwas defekt oder verloren gehen.
Bei Investitionen im Abwasser-Bereich ist Geiz nicht unbedingt geil. Die Schläuche werden durch das ständige Auseinanderziehen und wieder Zusammenschieben mechanisch stark belastet. Ganz abgesehen davon, dass zwischendurch immer mal wieder jemand drauf tritt. So mussten auch wir erst auf die unappetitliche Art lernen, dass dabei das günstige Equipment schnell rissig und undicht wird. Irgendwann haben wir uns bei der Produktwahl auf die Marke „Camco Rhino“ eingeschossen. In unseren Augen findet man dort das beste Kosten-/Qualitäts-Verhältnis! 
Preis pro Set: ca. 40 USD

„Clear Ellbow“ (Swivel Fitting): Hierbei handelt es sich um ein 90° abgewinkeltes Anschlussstück aus voll- oder teiltransparentem Kunststoff, welches man zwischen Abwasserschlauch und Bodenanschluss montiert. Ja, richtig gelesen … das Ding ist transparent! Grundsätzlich will  niemand seine Hinterlassenschaften optisch wahrnehmen, nur leider lässt sich nur so zweifelsfrei feststellen, ob A) der Tank komplett leer ist und B) beim Durchspülen sämtliche Feststoffe bereits ausgeschwemmt sind. Nachdem man die ersten optischen Berührungsängste abgelegt hat, weiss man dieses Zubehörteil wirklich zu schätzen!
Den "Clear Elbow" gibt es auch in der 45° Variante, wobei sich darauf zusätzlich ein Schlauchanschluss befindet. Dieser Version wird zwischen beim Übergang vom Camper zum Abwasserschlauch montiert. Das macht besonders dann Sinn, wenn der Camper über kein eigenes Abwassertank-Spülsystem verfügt. Über den Schlauchanschluss lassen sich so wenigstens die letzten Meter des kompletten Abwassersystems mit Wasser ausspülen.
Einzelpreis: ca. 15 USD (90° Version im Set enthalten)

Verschlusskappen (Sewer Hose Storage Caps): Im Zweierset geliefert und mit den entsprechenden Anschlüssen versehen sorgen sie dafür, dass das „Restmaterial“ beim Verstauen und Transport nicht ausläuft. Macht wirklich Sinn!
Einzelpreis: ca. 6 USD (im Set enthalten)

Stossstangen-Verschlussdeckel (Bumper Cap): Das ganze Abwasserzubehör sollte man alleine schon aus hygienischen Gründen gut getrennt vom restlichen Material verstauen. Dabei gibt es für den Abwasserschlauch in der Regel zwei Möglichkeiten. Viele Camper sind mit einem Kunststoffrohr ausgestattet, in welches man den Abwasserschlauch schieben kann. Fehlt dieses, wird dazu in der Regel die wuchtige Heckstossstange zweckentfremdet. Nachdem man die original Abschlusskappe mit einem Schraubenzieher o.Ä. entfernt hat, ersetzt man sie durch eine leicht zu entfernende Variante, einer sogenannten "Bumper Cap" (steckbar oder magnetisch).
Preis: ca. 12 USD.
Zur Aufbewahrung der restlichen Abwasser-Zubehörteile haben wir uns einfach eine günstige Kunststoffbox aus dem Baumarkt zugelegt.

Abwasserschlauch-Verlängerung (Sewer Hose Extension): Ob man sich zusätzlich noch eine Abwasserschlauch-Verlängerung zulegen will, hängt stark davon ab, auf welchen Routen man unterwegs ist. Die ganzen Anschlüsse auf den grossen Campingplätze entlang der Hauptrouten sind in der Regel sinnvoll positioniert, so dass Verlängerungen jeglicher Art unnötig sind. Unsere Verlängerungen kamen meist auf naturbelassenen Plätzen etwas ausserhalb zum Einsatz. Dabei hat eine 10“ Verlängerung (ca. 3 Meter) vollkommen ausgereicht, um die fehlenden Meter zu überbrücken. Und da man sie auch nur sporadisch nutzt, kann man dabei auch ruhig zu einem günstigen Produkt greifen. Sämtliche Anschlussteile sind nämlich genormt und herstellerübergreifend kompatibel.
Preis: ca. 10 USD (10" Verlängerung)

Abwasserschlauch-Gefällrampe (RV Sewer Hose Support): Dieses auf kleines Mass zusammenfaltbare Rampensystem sorgt dafür, dass der Abwasserschlauch stets das nötige Gefälle hat. Das Systeme gibt es in verschiedenen Längen zu kaufen, sollte aber mindestens mit der Gesamtlänge der Abwasserschläuche korrespondieren.
In einigen Staaten soll es angeblich verboten sein, die Abwasserschläuche direkt über den Boden zu verlegen. Wobei wir nie auf ein entsprechendes Hinweisschild o.Ä. gestossen sind.
Preis: von ca. 25 - 45 USD (je nach Länge)



Abwasserentsorgung (Dumping Stations) auf Achse:
Hier noch kurz etwas zum Thema "Abwasserentsorgung auf Achse". Den Ort, den man zur Entleerung seiner Abwassertanks aufsuchen muss, nennt sich „Dumping Station“. Diese findet man vorwiegend an grösseren Tankstellen sowie vor oder auf Campingplätzen. Dort kann grundsätzlich jeder, auch Nicht-Gäste, meist für ein paar Dollar seine Tanks leeren (dumpen).

Die Dumpingstation bestehen in der Regel aus einem Loch im Boden (im Idealfall mit Deckel), welches man ähnlich verbindet wie den Anschluss auf einem Campingplatz. Ausser dass es kein Innengewinde hat und man einfach den Schlauch reinsteckt. Daneben befinden sich normalerweise zwei Wasserschläuche. Der eine dient zum Ausfüllen der Frischwassertanks (Fresh Water) und der andere zum abwaschen der Ekelhafen Rückstände und des Equipments. Die beiden Schläuche sollte man einfach nicht verwechseln, sonst ereilt einen ganz schnell die "Rache des Montezumas" ;-).

Erstaunt waren wir darüber, dass wir auf der ganzen Reise nie auf eine öffentliche Dumping-Station am Strassenrand gestossen sind. Selbst dann nicht, wenn man sich mitten in der Pampa, meilenweit von jeder Zivilisation entfern, befand. Wer sich also ein paar Tage in's Nirgendwo begibt, sollte vorab seine Abwassertanks nochmal richtig leer machen (und natürlich die Frischwassertanks voll).
Auch beim Aufstöbern von "Dumping-Stations" war uns die bereits oft erwähnte App „AllStays“ eine grosse Hilfe. Über eine entsprechende Filterfunktion kann man sich diese auf einer Karte anzeigen und direkt hinnavigieren lassen (mehr dazu unter der Rubrik Reise-Apps).



Strom-Anschluss:
Die Ampere-Stärke auf nordamerikanischen Campingplätzen ist in 15, 30 und 50 Ampere abgestuft. Um einen Vergleich zum europäischen Stromnetz anstellen zu können, muss man die Ampere-Stärke allerdings halbieren (Nordamerika hat nur ein 115 Volt Netz). Die meisten Stromanschluss-Boxen (Power Distribution Box) auf den Stellplätzen bieten gleich alle 3 Varianten an, wobei sich die Anschlussstecker bautechnisch unterscheiden. Entsprechende Bilder dazu findet ihr im Anschluss an diesen Artikel.
Amerikanische Camper-Mobile sind in der Regel mit einem festverbauten 30 Ampere-Anschlussstecker (RV Power Cord) ausgestattet, was in der Regel für einen durchschnittlichen Camper auch vollkommen ausreicht. Damit lassen sich sämtliche Standardverbraucher, inklusive Klimaanlage und Mikrowelle, problemlos betreiben.
Auf abgelegenen Plätzen haben wir jedoch mehrfach erlebt, dass nur ein 15 Ampere Anschluss zur Verfügung steht. Dieser Anschluss sieht aus wie die normale US-Haussteckdose und man benötigt einen entsprechenden Adapter, um den Camper anschliessen zu können.
Der 50 Ampere-Anschluss ist grundsätzlich für die rollenden Kreuzfahrtschiffe gedacht. Diese bewohnbaren Reisebusse verfügen oft zusätzlich noch über eine Waschmaschine mit Trockner, eine Spülmaschine und mehrere Klimaanlagen. Einige Campingplätze haben spezielle Stellplätze nur für diese Luxus-Vehikel eingerichtet, wo dann entsprechend auch nur ein 50 Ampere-Anschluss zur Verfügung steht. Diese Plätze werden allerdings auch an kleinere Mobile vermietet, wenn der restliche Campingplatz voll belegt ist. Ohne entsprechenden Adapter ist man in so einem Fall etwas aufgeschmissen.
Die meisten Campingplätze sind darauf vorbereitet und vermieten oder verkaufen entsprechende Anschluss-Adapter in alle Richtungen. Jedoch längst nicht alle, was uns letztendlich dazu bewogen hat, uns einen Satz eigene Anschluss-Adapter anzuschaffen. Besonders wenn man auch gerne mal abseits der Standard-Route unterwegs ist, ist man mit dem Sprichwort "Was man hat, hat man" gut beraten.

Als alternative Stromquelle für längeres autarkes Campen wird in Nordamerika oft ein Generator mitgeführt. In amerikanischen Wohnmobilen ist ein solcher oft bereits fest verbaut. Der Vorteil liegt darin, dass man so auch autark sämtliche Steckdosen und Geräte verwenden kann. An einigen Orten ist der Betrieb allerdings nur zu festgelegten Zeiten erlaubt. Bei Mietfahrzeugen sollte man sich unbedingt vorab erkundigen, ob die Benutzung im Mietpreis inklusive ist!
Licht und alle weiteren 12 Volt Verbraucher kann man eine gewisse Zeit auch mit der Hausbatterie betreiben, die in US-Wohnwagen standardmässig verbaut sind. Wenn die Beleuchtung auf LED umgestellt und die Batterie gut in Schuss ist, kann man so eine ganze Weile ohne externen Stromanschluss verbringen. Zur Not besteht natürlich immer die Möglichkeit, sich kurzzeitig der Stromquelle "Fahrzeug" zu bedienen.

Noch ein kleiner Hinweis für Leute, die ihren eigenen Camper aus Europa einschiffen wollen. Um die Unterschiede der beiden Stromnetze zu kompensieren, reicht in der Regel ein 115V auf 230V Converter und die entsprechenden Übergangsstecker. In welcher Ausführung und Stärke der Converter ausgelegt sein muss, kommt auf die Anzahl und Art der Geräte (Verbraucher) an. 2kW sollten es aber mindestens sein (3-4kW wenn man auf nichts verzichten will). Soweit wir gehört und gelesen haben, hat die Netzfrequenz (Europa hat 50Hz / Nordamerika hat 60Hz) keinen negativen Einfluss auf die eingebauten europäische Geräte.

Benötigtes-/Empfohlenes Zubehör:
Stromanschluss-Adapter (RV Adapter Plug): Diese bekommt unter Anderem bei Walmart in verschiedenen Farben, Formen und Aufführungen. Um alles abzudecken, sollte man sich daher jeweils einen Adapter von "30 auf 15 Amp" und "30 auf 50 Amp" zulegen.
Immer darauf achten, dass der Zielstecker (für den Anschluss am Verteilerkasten) als „Male“ bezeichnet wird.

Preis: ca. 7 USD (30 auf 15 Amp) / ca. 15 USD (30 auf 50 Amp)

Spannungsschutz (RV Surge Protector): Was beim Wasser der Druckregulierer ist, ist beim Strom der sogenannte "RV Surge Protector". Darüber, ob man dieses Gerät wirklich braucht, wird heftig und kontrovers diskutiert. Die Befürworter verweisen dabei auf die teilweise abenteuerliche Verkabelung der Stromverteiler, besonders auf schlecht gewarteten und/oder abgelegenen Campingplätzen. Die Gegner argumentieren damit, dass ohnehin jeder Camper einen FI-Schutzschalter verbaut hat und es daher völlig unnötig sei, sich noch zusätzlich abzusichern. Wir haben uns letztendlich gegen diese Investition entschieden, möchten in diesem Abschnitt aber trotzdem auf die Möglichkeit hinweisen. Unsere Massnahmen haben sich darauf beschränkt, ab und zu mal die Funktion des FI-Schalters zu testen.
Preis: ca. 100 USD.

Lebensrettender Gratis-Tipp: Die Steckdosen in den Stromverteilern sind meist mit einem Deckel vor der Witterung geschützt. Dieser Sonnen- und Regenschutz wissen aber auch einige der heimischen Tierarten zu schätzen. Von Einheimischen haben wir deshalb den eindringlichen Rat bekommen, vor dem Öffnen immer zuerst anklopfen („knock, knock“)! Das gilt besonders für Regionen, wo sich doch die einen oder anderen giftigen Viecher herumtreiben. Bei uns hat sich zum Glück nie jemand auf das Klopfzeichen gemeldet, aber scheinbar ist es schon vorgekommen. Gleiches gilt übrigens auch für Niveau-Rampen, die man besonders bei Wohnmobilen unter die Räder legt. Immer zuerst „knock, knock“.






TV-Anschluss:
Ein Fernseher gehört wie vieles Weitere zur Grundausstattung eines amerikanischen Campers. Selbst die kleinsten Vehikel sind ab Werk mit einem TV und einer Klimaanlage ausgestattet. Die TV-Anschlüsse auf den Campingplätzen sind analog denjenigen aus Europa und lassen sich mit einem standardmässigen Coax-Kabel (Coax-Cable) verbinden.
Preis: ca. 7 USD

Propan-Flüssiggas (LPG / Propane):
Etwas vorweg: Wer in Nordamerika nach „Gas“ (ausgesprochen "Gäs") fragt, erkundigt sich nach "Benzin". Möchte man Propan-Flüssiggas, fragt man nach „LPG“ oder „Propane" (ausgesprochen wie die Endung von John Wayne - "Pro-Payne").
Vor allem Wohnmobile haben meist einen festverbauten Propan-Flüssiggastank im Fahrzeug (LPG On-Board Tank). Möglichkeiten um diesen aufzufüllen gibt es einige. Einige Campingplätze (vor allem aus der KOA-Kette) haben eigene Propan-Stationen, wo man seine Vorräte auffüllen lassen kann (Propan Refill). Weitere Füllstationen findet man z.B. an Tankstellen, bei Farmer-Stores (wie z.B. Traktor Supply) oder in ländlichen Gebieten einfach so neben einem kleinen Supermarkt. Beim Aufstöbern war uns auch hier die Filterfunktion der Reise-App „AllStays“ ein grosse Hilfe, über die ihr in der Rubrik Reise-Apps mehr erfahrt.
Alternativ sind wie in Europa einfach portable Gasflaschen zur Versorgung an Board (Propane Tanks/-Cylinder). Auffüllen lassen sich diese ebenfalls an den vorgenannten Füllstationen. Ein Austausch-System wie man es hierzulande kennt, gibt es nicht. Man tauscht nicht, man füllt auf. 

Selbst handanlegen darf man beim Befüllen allerdings nicht. Speziell geschulte Mitarbeiter übernehmen das und verlangten dafür zu unserer Zeit etwas über 3$ pro Gallone (ca. 80 US Cent pro Liter Flüssig-Propan). Man sollte deshalb immer etwas mehr Zeit einplanen und nach Alternativen Ausschau halten. Denn die dazu legitimierten Mitarbeiter haben nicht immer sofort Zeit und im schlimmsten Fall haben sie gerade ihren freien Tag. Wir haben mit dem "Refill" deshalb nie bis zum letzten Drücker gewartet, wodurch wir nie in einen Versorgungsengpass geraten sind. Es bedarf wohl keiner weiterer Erwähnung, dass Propan-Füllstationen ebenfalls in der Allzweck-App "AllStays" angezeigt werden.

Noch ein Hinweis für Reisende mit dem eigenen Camper aus Europa: Die Gasanschlüsse in den USA und Canada nennt man „ACME“. Was auch immer bei euch Zuhause der Standard ist, der Adapter muss letztendlich ein „ACME Aussengewinde“ aufweisen, damit ihr in den USA ankoppeln könnt. Was den Druck anbelangt, so braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. Der im Camper eingebaute Druckregulierer sollte den Eingangsdruck passend regulieren.
Preis für Adapter (bei Amazon): ca. 20 EUR




Abfallentsorgung (Garbage disposal):
Um die Abfallentsorgung wird in den USA oder Canada kein grosses Aufsehen gemacht. Alles ganz einfach und kostenlos. Auf was man aber besonders in abgelegenen Regionen achten sollte, ist den Müll nicht einfach vor dem Camper rumstehen zu lassen. Es sei denn, man hat nichts gegen pelzigen Besuch in der Nacht. Deshalb gibt es in diesen Regionen meist Container mit speziellen Schliessmechanismen. Manchmal braucht man ein paar Anläufe, bis man hinter das Geheimnis der teilweise ausgeklügelten und tiersicheren Schliesssysteme kommt ist.

Geschirr-Spülen:
Campingplätze mit einem öffentlichen Bereich, wo man sein Geschirr spülen kann, sucht man meist vergeblich. Das liegt daran, dass Zeltferien auf Campingplätzen sehr unpopulär ist. Dazu kommt, dass die Camper-Vehikel meist über grosse Spülbecken und einen direkten Wasser-/Abwasseranschluss verfügen, was diese öffentlichen Spül-Stationen überflüssig machen.

Wäsche waschen (Laundry):
Wie überall auf den Campingplätzen, findet man auch in den USA und Canada in der Regel Waschmaschinen und Trockner. Die Preisspanne dafür reicht von "unverschämt" bis zu "super günstig". Die Maschinen werden vorzugsweise mit Quarters (also 25 US-Cent) Münzen gefüttert und es empfiehlt sich allgemein stets einen kleinen Vorrat davon zu bunkern. Denn nicht nur Waschautomaten mögen diese legendäre US-Münze! Analog dazu ist es in Canada die 1 Dollar Münze (genannt "Loonie" - benannt nach dem National-Wasservogel).

Fazit:
Auch wenn der Grundtenor dieses Artikel vielleicht etwas den Eindruck erweckt, dass man auf amerikanischen und kanadischen Campingplätzen das pure Grauen erfährt, so können wir euch beruhigen. So schlimm ist es nicht! Wir Europäer sind in gewissen Bereichen einfach sehr verwöhnt. In den USA und Canada ist alles noch etwas ursprünglicher. Was einen solchen Trip so einzigartig macht, ist nicht die ausgefeilte Infrastruktur der Campingplätze, noch irgendwelche abendfüllenden Unterhaltungsprogramme. Es ist de Natur, die lebendige Kultur und nicht zuletzt die Menschen drumherum.