Free Overnight Parking

Wie in anderen Berichten bereits erwähnt, gibt es in den USA und Canada noch diverse Möglichkeiten, gratis zu übernachten (Free Overnight Parking). Einige sind eher zweckmässig (z.B. auf einem Walmart Parkplatz), andere befinden sich mitten in der wunderschönen Natur vor atemberaubenden Kulissen. Generell nennt man diese Art der "Logie" mit dem Camper "Boondocking" oder "Dry Camping".

Zu Gast bei Walmart & Co.:
Die Übernachtungen auf Parkplätzen von Einkaufszentren waren für uns immer eine Methode, um wieder mal etwas Geld zu sparen oder als kurzer Zwischenstopp auf längeren Strecken. Bis auf wenige Ausnahmen haben wir dabei immer die riesigen Parkplätze der Walmart-Supercenter genutzt. Die vielfach angepriesene App "AllStays", auf die wir in der Rubrik Reise-Apps etwas genauer eingehen, war uns dabei immer eine grosse Hilfe. Denn nicht auf allen Walmart Parkplätzen ist man auch willkommen. Wo man sich für die Nacht hinstellen darf und wo nicht, zeigt die vorgenannte App zuverlässig und übersichtlich an.
Wichtig ist noch zu erwähnen, dass die Nächte auf diesen Parkplätzen nicht gerade die erholsamsten sind. Walmart und viele andere potenzielle Gastgeber haben 24 Stunden geöffnet, es herrscht also immer Betrieb rund um den Laden. Dazu sammeln beflissene Mitarbeiter des Nachts immer mal wieder die verstreuten Einkaufswagen ein, was eine metallische Geräuschkulisse führt. Weiter scheinen einige Individuen diese riesigen Parkplätze als Rennstrecke zu missbrauchen. Heulende Motoren und quietschende Reifen gehören wie die rasselnden Einkaufswagen so zur Standard-Geräuschkulisse.

Rechtlich gesehen ist die Sache scheinbar eine kleine Grauzone. Jeder Walmart entscheidet selbst, ob er die rollenden Nomaden auf dem Parkplatz haben will. So wie wir gehört haben, scheint es das Gesetz jedoch nicht zwangsläufig zu erlauben. Wenn also ein besonders eifriger Police-Officer des Nachts des Weges kommt, kann es im schlimmsten Fall sein, dass man weiterziehen muss. Uns ist das jedenfalls nie passiert. Aus Erzählungen wissen wir aber, dass es sein kann.


Zu Gast in der schönen Natur:
Viel gemütlicher hat man es im Schoss von Mutter Natur. Aber auch da gilt es ein paar Dinge zu beachten, bevor man sich mit dem Camper einfach irgendwo in die wunderschöne Pampa stellt.
In den USA heisst der Oberbegriff dazu "BLM Camping"
. Die Abkürzung "BLM" steht für "Bureau of Land Management", eine staatliche Behörde, die gewisse Gebiete für das Campen freigegeben hat. Analog dazu nennt man das in Canada "Crown Land Camping".
Zum Aufstöbern dieser Plätze haben wir hauptsächlich die App "iOverlander" oder "Park4Night" benutzt. Auch auf diese App gehen wir in der Rubrik Reise-Apps etwas genauer ein. Es gibt natürlich noch viele weitere Apps und Online-Karten, die einem diese Spots anzeigen. "iOverlander" und "Park4Night" waren für uns jedoch die verlässlichsten und kompaktesten Quellen.
Hat man einen schönen Flecken gefunden, gelten die selben Regeln wie überall auf der Welt. Keinen Dreck hinterlassen und die Natur bewundern und nicht verschandeln. Die Dauer des Aufenthaltes wird oft von der Kapazität der Vorräte und der Frisch- und Abwassertanks bestimmt. Reservieren kann man logischerweise nicht und da es sich meist um keine Geheimtipps handelt, sollte man besonders zur Hauptsaison immer einen Plan B haben. Denn es gilt: "First Come - First Serve".


Weitere Möglichkeiten:
Es gibt noch weitere Möglichkeiten kostenlos zu Campen. So z.B. auf Farmen, Brauerei- oder Restaurant-Parkplätzen, Plantagen, etc. Eine übersichtliche Auflistung der Betriebe die dazu bereit sind, wo sie zu finden sind und welche Bedingungen unter Umständen daran geknüpft sind, bietet die App "Harvest Hosts". Mehr dazu findet ihr in der Rubrik Reise-Apps.