Utah - The Beehive State

In Amerika gibt es derzeit 59 Nationalparks. Viele von ihnen findet man im Südwesten der USA. Die größte Anzahl an Nationalparks findet man im Süden Utahs. Die eher bekannten Parks, wie z.B. der "Bryce Canyon", der "Arches National Park", die "Canyonlands", das "Capitol Reef", die "Natural Bridges", das "Monument Valley", der "Zion National Park", oder der "Dead Horse Point State Park" reihen sich hier praktisch nahtlos aneinander. Aber Utah hat landschaftlich auch neben den ganzen Parks noch so viel mehr zu bieten! Ein wirklich schöner und vielseitiger Bundesstaat. Hier entdeckt man immer etwas Neues. Utah gehört daher für uns in die Top 3 der schönsten Staaten der USA. 


Was findest du hier?

  • Utah Highlights - die schönsten Parks
  • Salt Lake City - Ein Besuch wert?
  • Die schönsten Campgrounds Utah's - Unsere Top 6!

Utah Highlights - die schönsten Parks

Momunemt Valley
Wer kennt die Kulisse nicht, vor der sich der Marlboro-Mann seine Zigarette angezündet hat. Dieser "Wild, Wild West"-Spirit haftet dieser Gegend nach wie vor an. Als wir Richtung Monument Valley fuhren, kam uns dann tatsächlich ein einsamer Cowboy auf seinem Pferd entgegen geritten, der ein paar Rinder vor sich her trieb. Soviel wir wissen, war das keine Touristen-Attraktion, sondern so wird hier noch gelebt. Das "Monument Valley" ist erstaunlicherweise weder ein National Park noch ein State Park und befindet sich auf dem Colorado-Plateau, welches sich entlang des Grenzgebietes zwischen Utah und Arizona entlang zieht. Der Landstrich liegt ausserdem innerhalb eines "Navajo Reservates". Es lohnt sich absolut, in diesem Tal zu übernachten. Die leuchtroten Sandsteinformationen scheinen im Licht des Sonnenuntergangs regelrecht zu glühen. Wenn jemand um die ca. 270 - 300 Millionen Jahre alten Tafelberge herum fahren möchte, gibt es eine Rundtour für $ 5 / Person. Wenn man im Besitz eines geländegängigen Fahrzeuges ist, kann man die Tour auch auf eigene Faust in Angriff nehmen. Die "Navajos" bieten aber auch eine geführte Tour für ca. $ 60 / Person an. Die Tour haben wir nicht gebucht, weshalb wir leider nichts darüber berichten können.


Video der Fahrt von Pages ins Monument Valley inklusiv Schneesturm und traumhaftem Sonnenuntergang sowie die unglaublich schöne Fahrt zum Four Corners Monument

Four Corners Monument
Im Südosten von Utah liegt das "Four Corners Monument". Der Ort in den USA, an dem sich auf einem Punkt 4 Staaten treffen. Utah, Colorado, New Mexico und Arizona. Eine Metallplatte markiert die genaue Stelle und darauf ist es möglich, sich wie beim Twister-Gesellschaftsspiel mit jeder Extremität auf ein Feld zu stellen, wodurch man sich in vier verschiedenen Bundesstaaten gleichzeitig befindet. Auch dieser Ort liegt auf dem Territorium der "Navajo", was man unschwer anhand der vielen Souvenirstände ringsherum erkennen kann. Der Eintritt beträgt $ 5 pro Person und Kinder unter 6 Jahren sind gratis. Für uns hat sich der Halt absolut gelohnt, da man den Umweg gut mit dem Besuch des in Colorado liegenden "Mesa Verde Nationalpark" verbinden kann. Obwohl es angeblich seit ein paar Jahres sehr touristisch aufgezogen wurde, wirkt das "Four Corners Monument" weder kitschig oder künstlich aufgeblasen. Und wo kann man sonst schon gleichzeitig in Utah, Arizona, Colorado und New Mexico sein. 

Natural Bridges National Monument
Bereits die Anfahrt zu den auf 2000 Meter hoch gelegenen "Natural Bidges" ist unglaublich spektakulär. Auf dem halben Weg dorthin hat Martin plötzlich einen Hügel erblickt, um den herum sich wie bei einem Schneckenhaus ein schmaler Wanderweg windet. Auf dem Gipfel angekommen wurde uns erst so recht bewusst, wie einsam und weitläufig diese Gegend ist. So weit das Auge reicht war nichts auszumachen, das von Menschenhand erschaffen wurde. Man fühlt sich mit einem Mal sehr klein. Genau so muss es ausgesehen haben, als die ersten Siedler auf dem sogenannten "Hole-in-the-Rock-Trail" hier vorbei gekommen sind und sich auf dem Hügel neu orientiert haben. So zumindest besagt es eine Gedenktafel auf der Spitze des Hügels. Der "Hole-in-the-Rock-Trail" wurde früher von den Siedlern benutzt und beschreibt eine etwa 320 Kilometer lange historische Route im Süden von Utah. 
Die "Natural Bridges" selbst haben uns ebenfalls sehr beeindruckt. Diese durch Wind und Wasser ausgewaschenen Natursteinbögen mit ihren verschiedenen Gesteinsschichten sind wirklich eine Schau! Der gesamte Park ist von wunderschönen und spannenden Wanderwege aller Schwierigkeitsstufen durchzogen. Drei grosse Steinbrücken kann man aber auch auf einer Rundroute mit dem Auto anfahren, wovor es jeweils Parkmöglichkeiten gibt. Man kann die Brücken entweder von verschiedenen Aussichtspunkten aus von Oben her bestaunen oder den Weg zu Fuss hinter in die Schlucht antreten, wodurch man sich irgendwann unmittelbar unter den Steinriesen wieder findet. Wir empfehlen nach Möglichkeit, sich an den nicht immer ganz leichten Abstieg zu wagen. In unserem Fall stiegen wir zur "Sipapu Bridge" hinunter, deren Anblick uns den anstrengenden Abstieg im Nu vergessen liess. Der Weg führt an teilweise schwindelerregenden Abgründen vorbei, über Wurzeln und Felsen hinweg, an grob gezimmerten Leitern hinunter, bis man sich nach rund einer Stunde am Fuss eines ehemaligen Flussbettes wieder findet. Der Weg selbst ist bereits ein Erlebnis! Es ist immer etwas los und durch das klettern und die schöne Aussicht ist es auf für die Kinder richtig abenteuerlich und aufregend.

Video der atemberaubend schönen Natur auf der Fahrt zum Natural Bridges National Monument und von unserer abenteuerlichen Wanderung zur Sipapu Bridge.

Moab
Die Landschaft um Moab herum besteht aus unzähligen Canyons, welche sich durch rote Sandsteinformationen in allen erdenklichen Formen gegraben haben. Dazwischen breitet sich immer wieder eine flache Prärielandschaft aus, welche mit allerlei Sträuchern überwuchert ist, die man sonst nur aus Westernfilmen kennt. Ein Mekka für Offroad Fans und Biker. Die Ortschaft Moab selbst ist trotz der Tatsache, dass sie vom Tourismus lebt, ziemlich überschaubar und versprüht ein leichtes Hippie-Flair. Vielleicht lag es auch daran, dass bei unserem Besuch gerade ein grosses Offroad-Festival im Gange war. Entlang des U.S. Highway 191, welcher durch Moab hindurch führt, findet man viele kleine Bars, Hotels und Restaurants, da die Touristen diesen Ort als Ausgangspunkt für Bike- oder Offroad-Touren sowie den Besuchen der umliegenden Nationalparks nutzen. Verschiedene Anbieter von Offroad-Vehikeln werben in dieser Stadt um zahlungskräftige Kunden. Günstig ist der Spass nicht, doch die staubbedeckten Gesichter der Kunden sprechen nach ihrer Rüchkkehr Bände.

Dead Horse Point State Park
Der Ausblick aus 1731 m Höhe auf den über 600 m tiefer gelegenen Colorado River, der an dieser Stelle eine 180° Kehre macht, ist phänomenal! Es gibt schöne Picknick-Gelegenheiten mit Blick auf die verschiedenen Canyons und einfache Wanderwege entlang des Rims. Der State Park liegt rund 40 Autominuten von Moab entfernt und ein Besuch lohnt sich auch hier absolut.

Video der Fahrt vom Devils Canyon Campground zum Willow Springs Trail Stellplatz, dem Besuch des Dead Horse Point State Parks, der Fahrt zum Canyonlands National Park inklusiv Wanderung sowie dem wunderschönen, naturbelassenen Needles Outpost Campground.

Arches National Park
Hier findet man die grösste Ansammlung natürlicher Steinbögen auf der Erde. Eine 60 km lange Parkstraße führt den Besucher an etwa 2000 dieser Steinbögen entlang. Die zwei wohl bekanntesten Bögen sind sicherlich der "Delicate Arch" und der "Landscape Arch". Eine Wanderung zu diesen Steinbögen lohnt sich ohne Frage. Die Landschaft ist atemberaubend und abwechslungsreich. Wir besuchten den Delicate Arch, welchen wir nach rund einer Stunde strammen wanderns erreichten. Hierbei ist zu erwähnen, dass man die Steigung hoch zum "Delicate Arch" nicht unterschätzen sollte. Ausserdem mangelt es an schattenspendenden Plätzen, wodurch einem bei Sonnenschein ordentlich die Poren aufgehen. Sonnenschutz und genug zu Trinken schaffen aber Abhilfe. Zu erwähnen ist vielleicht auch noch, dass das letzte Stück vor dem eigentlichen Ziel wohl nicht für Leute mit einer ausgeprägten Höhenangst ist. Wie oft in den USA, fehlen auch hier die einem sonst so vertrauten Absturzsicherungen. Man sagt immer, die Amis legen viel Wert auf Sicherheit. Das mag in einigen Bereichen sicher zutreffen, aber in diesem Punkt sicher nicht. Oben angekommen, thront der Delicate Arch in seiner vollen Grösse auf einem weitläufigen Plateau vor einer atemberaubender Kulisse. Leider muss man auch hier für das obligate Foto teilweise etwas warten. In unserem Fall ahlte sich eine russische Touristin dermassen lange unter der Steinbrücke, dass wir verbal nachhelfen mussten. Weiter ging es zum "Landscape Arch", der mit seinen 92 Metern Spannweite als eine der grössten naturgeformten Steinbrücken der Welt gilt. Wenn man dem Weg zum "Landscape Arch" weiter folgt, kommt man zum "Partition Arch" und noch weiter zum "Navajo Arch". Insbesondere die Aussicht, welche man durch den Partition Arch geniessen kann, ist absolut einmalig. Es lohnt sich den Weg unter die Sohlen zu nehmen. Der "Arches National Park" hat uns insgesamt positiv überrascht und man kann sich hier locker mehrere Tage aufhalten, ohne dass es langweilig wird. Die unzähligen Wanderwege sind in eine unglaublich schöne Landschaft eingebetet. Wir würden jederzeit wieder hierher kommen.

 Video der Canyonlands und des Arches National Park mit Wanderung auf dem Devils Garden Trail.

Goblin Valley State Park
Unser Geheimtipp! An dieser Sehenswürdigkeit sollte man auf keinen Fall vorbeifahren. Er liegt zwischen dem "Bryce Canyon" und Moab. Die $ 15 Eintritt und der kleine Umweg lohnen sich auf jeden Fall. Der Park liegt an der UT-24 und liegt etwas abgelegen. Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb er nicht so überlaufen ist. Viele Touristen fahren vermutlich einfach daran vorbei. Der Park besteht aus vielen knubelartigen Steinformationen. Sie erinnern, wie der Name des Parks bereits sagt, an Kobolde. Mit etwas Fantasie kann man in den Felsen jedoch noch viele andere Gebilde erkennen, wenn man sich darauf einlässt. Man kann frei zwischen den säulenartigen Sandsteinen entlang wandern und sie auch erklettern. Die wundersamen Felsformationen und der günstige Eintrittspreis sind den Besuch auf jeden Fall wert!

Video einer weiteren Wanderung im Arches National Park hinauf zum Delicate Arch, vom Besuch des Goblin State Park und dem wunderschönen Boondocking-Stellplatz an der UT-24 kurz vor Torrey - for free!!!

Kadochrome Basin State Park
Auch an diesem State Park fährt man gerne vorbei, wenn man sich nicht achtet. Er liegt ca. 30 Minuten vom berühmten "Bryce Canyon" entfernt, ist ruhig, überschaubar und wunderschön. Vom Talkessel aus kann man tolle Wanderungen in dieser grandiosen Umgebung unternehmen. Die Felsen schimmern in allen möglichen Farben, von braun, zu rot, orange, gelb, weiss und rosa. Die säulenartigen Pfeiler ragen wie mahnende Finger in den Himmel empor. In Kombination mit dem satten grün der Sträucher und Bäume sowie dem tiefblauen Himmel, zeigt sich diese Ecke von Utah in einem gelungenen Farbenspiel. Der Park erhielt seinen Namen aufgrund der früher verwendeten Kadachrome Farbfilmen von Kodak (FunFact). Für uns ist es unverständlich, weshalb dieser Park eher unbekannt ist. Also absolut zu empfehlen und wenn ihr mit dem Camper unterwegs seid, empfehlen wir auch gleich auf dem parkinternen Campground zu übernachten (eines der schönsten Duschhäuser auf der gesammten Reise). Top!

Video der Fahrt auf dem unglaublich schönen Highway 12 zum Kodachrome Basin State Park mit seinem wunderschönen und wilden Campground, der Fahrt zum Bryce Canyon und unser zwei tägiger Aufenthalt in diesem märchenhaften National Park.

Bryce Canyon National Park
Dieser Park gleicht einer Märchenwelt. Die filigranen Säulen, welche "Hoodoos" genannt werden, reihen sich zu tausenden wie in einem Amphitheater aneinander. So erheben sie sich wie feine, farbenfrohe Felsnadeln in dem halbkreisförmigen Talkessel. Wenn man oben auf der Kante steht, kommt man aus dem staunen nicht mehr heraus. Der Nationalpark bietet viele tolle Wanderungen an. Auf dem "Rim-Trail" kann man den Blick in die Ferne schweifen lassen und sieht unter sich die unzähligen Steintürme aufragen. Der ganze Park ist durch ein Bus-Shuttleservice vernetzt. So kann man z.B. auf dem "Rim-Trail" so weit wandern wie man kann oder möchte und danach gemütlich wieder in den Shuttle steigen, der einen zurück zum Visitorcenter oder mit einmal umsteigen gleich zum Campingplatz ausserhalb bringt. Wir empfehlen unbedingt eine Wanderung in den Canyon hinunter. Die Wege führen einen zwischen und unter den Säulen hindurch und es eröffnen sich einem immer wieder neue spektakuläre Kulissen. Wir haben den Trail zum "Queen's Garden" und zur "Tower Bridge" in Angriff genommen. Beide haben sich mehr als gelohnt, obwohl der Weg zurück aus dem Canyon streckenweise sehr steil und anstrengend ist. Da sich der "Bryce Canyon" auf einer Höhe von 2400 - 2700 Meter befindet, lag bei unserem Besuch Ende April noch vereinzelt Schnee.  Aber auch das hatte in gewisser Weise seinen Reiz, wenn sich die Schneefelder in krassem Kontrast von den leuchtenden Felsen abhoben. Einziger Nachteil: Einige Wanderwege sind um diese Jahreszeit noch geschlossen.

Little Sahara Recreation Area
"Little Sahara" ist wie der Name schon sagt, eine Miniatur-Ausgabe des grossen Bruders in Afrika. Riesige Sanddünen reihen sich so weit das Auge reicht aneinander. Für die Amerikaner ist es ein riesiger Spielplatz, auf dem sie mit ihren 4x4 Gefährten (ATV's) am Wochenende rumkurven. Aber es gibt auch genug Bereiche, welche dem gemeinen Fussvolk vorbehalten sind. Wer nicht schon hat, sollte sich vor dem Besuch unbedingt einen dieser Plastikschalen anschaffen (rund $ 25), mit denen man eine der zahlreichen Sanddüne herunterrodeln kann. 

Video der Fahrt vom Bryce Canyon zum Lake Levan im Yuba State Park sowie dem Besuch der Sanddünen in Little Sahara inklusive Rodelpartie.

Bonneville Salt Flats
Hierbei handelt es sich um eine riesige Salzkruste, rund 1 1/2 Autostunden westlich von Salt Lake City. Je nach Jahreszeit offenbart sich diese schier endlose Ebene ganz verschieden. Bei uns lag Ende April noch eine ca. 5 cm hohe Wasserschicht auf der Salzkruste. Alles glitzerte in einem wunderschönen türkisblau und die gesamte Bergkulisse spiegelte sich darin. Ausser einem Fernsehteam waren wir die einzigen Menschen dort und so konnten wir den Anblick gleich doppelt geniessen. Beeindruckend diese Salzwüste, die im Sommer auch für allerlei Rennen benutzt wird und auch schon einige Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt wurden.

Video der Fahrt von Salt Lake City zu den Bonneville Salt Flats, zurück zum Grand Salt Lake State Park mit seinem traumhaften Sonnenuntergang sowie unserem Ausflug auf die Antelope Island, wo wir wegen den "Biting Gnats" (eine fiese, beisswütige Fliegenart) leider das Fahrzeug nicht verlassen konnten.

Antelope Island State Park
Ganz in der Nähe von Salt Lake City liegt im grossen Salzsee, dem "Grand Salt Lake", die "Antelope Island". Ein Besuch ist auf jedenfall zu empfehlen. Neben einer kargen, von Hügeln und einsamen Stränden durchzogenen Landschaft, trifft man hier eine vielzahl von Wildtieren. Darunter auch auf den mächtigen Bison. Man traut erst seinen Augen nicht, wenn man diesen Giganten gemütlich am Strand liegen sieht. Die Insel erreicht man über ein Damm. Als wir darauf unterwegs waren, stiegen vor uns links und rechts der Strasse entlang riesige schwarze, rauchartige Säulen auf. Es handelte sich dabei jedoch nicht um Rauch, sondern um zig-tausende kleine Fliegen. Diese Biester, genannt "Biting Gnats" oder "No-Seeum", tummeln sich auf der Insel zwischen April bis Juni herum. Neben der Tatsache, dass man danach das ganze Fahrzeug mit den Viechern zugepflastert hat, lassen sie wegen ihrer agressiven Art auch keine Erkundung der Insel ausserhalb des Fahrzeugs zu. Wir haben Menschen gesehen, die es trotzdem gewagt haben. Weit sind sie nicht gekommen und die "Tänzchen" die sie aufgführt haben, sahen alles andere als entspannt aus. Angeblich nützt auch Anti-Mückensprays nichts. Der Einsatz von komlett geschlossener Kleidung in Kombination mit einem Kopf-Mückennetz sei angeblich das einzige, das halbwegs hilft. Wir beschlossen deshalb, die Insel vom Wohnmobil aus zu erkunden. Dank zahlreichen tollen Aussichtspunkten, wo man kurz anhalten kann, war dies auch nicht weiter tragisch. Trotz all diesen Widrigkeiten ist dies ein weiterer kleiner Geheimtipp.

Salt Lake City - Ein Besuch wert?

Ohne grosse Erwartungen sind wir weiter nach Salt Lake City gefahren. Von dieser Stadt wussten wir lediglich, dass es sich um die Hauptstadt des Bundesstaates Utah handelt, dort im Jahr 2002 die olympischen Winterspiele ausgetragen wurden und sich dort der Hauptsitz der Mormonenkirche befindet. Also insgesamt nichts, was wir auf unserer Reise-Bucketlist stehen hatten. Umso grösser war unsere Überraschung, als wir auf eine Stadtkulisse trafen, die vor Modernität, Sauberkeit und Ordnung nur so strotze, ohne dass sie dabei schnöde wirkt. An Geld mangelt es hier scheinbar nicht. Die eindruckvollen Bauwerke, teils neuerer - teils älterer Bauart, waren in Top Zustand. In den Gärten blühte es farbenfroh aus alles Ecken und die Shopping Malls sahen aus, als würde man sich in einem Nobelviertel einer europäischen Metropole befinden. Kaum Verkehr und wenn, dann für eine Hauptstadt sehr dünn gesät.  Dass dies das Epizentrum der Mormonenbewegung ist, konnte man förmlich riechen. Wo sonst in den Spielzeugläden Legobaukasten mit Star Wars oder irgendwelchen Superhelden-Geschichten angepriesen werden, werden hier biblische Landschaften, Bauwerke und Geschichten als Aufbau-Set angeboten. Bücher, Actionfiguren und was es sonst noch so gab, hatten alle einen Bezug zur Bibel. Wo einen sonst Spiderman & Co. aus Regalen entgegen glotzen, waren Samson, David oder Abraham in voller Montur anzutreffen. Was uns aber besonders beeindruckt hat, war die Unaufdringlichkeit, mit der uns die klar als Mormonen erkennbaren Menschen begegnet sind. Ob im grossen  majestätischen "Salt Lake Temple", im "Tabernakel Kuppelsaal", wo täglich um 12:00 ein gigantischen und kostenloses Orgelkonzert gespielt wird oder beim Besuch der eindrücklichen "Community-Hall", ein freundliches "Hallo", "kann ich helfen?" oder "wie geht's" war alles, was wir zu hören bekamen. Unsere Befürchtungen, an jeder Ecke eine Mitgliedschaft aufgedrückt zu bekommen, zerschlugen sich schnell wieder. Nebst dem Besuch eines weiteren "Kids Museum" (erstaunlich bescheidener Art), haben wir noch das sehr gut ausgestattete "Natural History Museum" von Utah besucht. Anscheinend war die Dinosaurierdichte in dieser Gegend besonders gross, so dass man nun eine Vielzahl der ehemaligen Bewohner in Skelett-Form bestaunen kann. Durch die vielen interaktiven Spielereien zwischendurch, wird es dabei auch den Kids niemals langweilig. Zur Krönung schlitterten wir dann noch, in dem sonst weitgehend alkoholfreien Salt Lake City, mitten in ein Brauereifest, genannt "Brewtah" (Mischung aus Brewery und Utah). Dort verbrachten wir den halben Tag bei herrlichem Sonnenschein, guter Live-Musik und noch besserem Bier. Denn zu diesem Fest hat sich alles versammelt, was in der Umgebung im kleineren oder grösseren Stil Bier braut. Herrlich! Die Kinder spielten derweil in den Wasserfontänen und die Erwachsenen vertrieben sich ihre Zeit beim amerikanischen Volkssport "Cornhole". Dabei handelt es sich um ein sehr simples aber geselliges Wurfspiel. Die Regeln sind denkbar einfach: Versuche einen Sandsack in einem Loch zu versenken, welches sich knapp 10 Meter entfernt in einem schräggestellten Holzbrett befindet. Die Amerikaner lieben dieses Spiel und spielen es bei jeder Gelegenheit. Wir sind mit Null Erwartungen gekommen und haben die Stadt mit sehr schönen Erinnerungen verlassen. Salt Lake City schwingt bei uns ganz weit vorne in der Liste unserer Lieblingsstädte mit.

Video der Fahrt von Provo nach Salt Lake City mit einem Zwischenhalt in der Bingham Coppermine, wo wir plötzlich evakuiert werden mussten sowie der Besuch von Salt Lake City (Tag 1).

Video unseres Aufenthalts in Salt Lake City (Tag 2 & 3) Besuch des Natural History Museum von Utah und dem Kids Museum.

Die schönsten Campgrounds Utah's - Unsere Top 6

Monument Valley KOA
Lage: Dieser Campingplatz hat es aufgrund seiner Lage in unsere Favoriten-Liste geschafft. Er befindet sich Mitten im Herzen des "Monument Valley", direkt an der US-163, welche mitten durch diese einmalige Landschaft führt. Da sich der Durchgangsverkehr besonders abends und nachts sehr in Grenzen hält, ist er trotz der Nähe zur Strasse sehr ruhig. Wenn sich am Abend die Sonne hinter den Felsen verabschiedet, eröffnet sich einem ein eindrückliches Schauspiel aus Licht und Schatten. Die Sonne scheint mit den rot leuchtenden Felsen in einem Wettbewerb zu stehen, wer wohl das grössere Spektakel abliefern kann. Ich tippe auf unentschieden. Ein wirklich unglaubliches Erlebnis inmitten dieser unwirklichen Gegend. Aber auch der Sonnenaufgang braucht sich nicht zu verstecken. Dieser Flecken hat definitiv etwas magisches an sich!
Campingplatz: Die Stellplätze liegen sehr nah aufeinander und man hat teilweise das Gefühl, als würde man auf einem Kiesparkplatz übernachten. Auch der Mangel an schattenspendenden Bäumen, besonders in dieser Region, ist ebenfalls ein Minuspunkt. Zur Verteidigung muss man jedoch sagen, dass der Platz bei unserem Besuch noch relativ neu war und sich teilweise noch im Auf- und Ausbau befand. Die Anlage ist aber gepflegt und der Gastgeber sehr freundlich und hilfsbereit. Ach ja, haben wir es schon erwähnt? Die Lage ist traumhaft ;-).
Preis: Der Stellplatz mit Wasser, Strom und Abwasser (full hookups) hat damals $68 / Nacht gekostet.

Video der Fahrt von Page ins Monument Valley inklusiv Schneesturm, traumhaften Sonnenuntergang auf dem Monument Valley KOA Campground und last but not least die unglaublich spektakuläre Fahrt zum Four Corners Monument.

Devils Canyon Campground, Monticello
Lage: Dieser befindet sich im "Manti-LaSal National Forest" auf einer kleiner Anhöhe und ist als Zwischenstopp bestens geeignet. Die "Natural Bridges", das "Monument Valley" oder der "Canyonlands National Park" liegen alle in seiner Nähe.
Campingplatz: Die Plätze sind sehr grosszügig gehalten und es gibt viele schattige Plätze. Jeder Platz verfügt über einen Picknick-Tisch und eine Feuerstelle. Es ist ein schöner, aber einfacher Campingplatz.
Preis: Die Stellplätze haben keine Anschlüsse (no hookups) und kosteten zum damaligen Zeitpunkt $10 / Nacht.

Needles Outpost & Campground, Monticello
Lage: Direkt vor dem Eingang zum "Needles National Park" in den "Canyonlands" liegt dieser ebenfalls sehr einfache Campingplatz. Er liegt in einer wunderschönen Umgebung direkt an einem grossen Felsen, den man erklettern und danach einen wunderschönen Sonnenuntergang bestaunen kann. Da es hier absolut keine Lichtverschmutzung gibt, kann man den Nachthimmel in voller Pracht geniessen, wobei einem die Sterne zum Greifen nah erscheinen.
Campingplatz: Der Campground liegt sehr abgelegen und ist absolut naturbelassen. Dank der unglaublich schönen Landschaft ist es ein wahres Erlebnis hier zu übernachten. Die Stellplätze sind einfach gehalten und haben eine tolle Aussicht zu bieten. Die sanitären Anlagen sind in Ordnung aber sehr spartanisch gehalten. Feuerholz kann im kleinen Shop bei der Rezeption gekauft werden.
Preis: Die einfachen Stellplätze verfügen über keine Anschlüsse (no hookups) und kosteten zum damaligen Zeitpunkt $21 / Nacht.

Video der Fahrt vom Devils Canyon Campground zum Willow Springs Trail Stellplatz, Besuch des Dead Horse Point State Parks, Fahrt zum Canyonlands National Park inklusiv Wanderung und der wunderschöne Campground Needles Outpost.

Willow Springs Trail
Lage: Etwa 15 Minuten nördlich von Moab entfernt zweigt der "Willow Spring Trail", rechts der US-191 angrenzend. Es handelt sich um einen nicht asphaltierten Weg, der aber gut befahrbar ist. Links und rechts des Trails befinden sich schöne Ausstellplätze, auf denen man gratis übernachten darf (sogenanntes Boondocking). Es handelt sich einfach um einen öffentlichen Landabschnitt, der offiziell für wildes Campieren zugelassen ist. Da er in der Nähe des "Arches Nationalparks" liegt, ist er als Ausgangspunkt ebenfalls sehr gut gelegen. Uns hat die Stimmung hier gut gefallen und die Landschaft ist auch hier traumhaft wild.
Preis: gratis (no hookups)

Boondocking an der UT-24 kurz vor Torrey
Lage: Kurz vor der Ortschaft Torrey und direkt am westlichen Ausgang des "Capitol Reef Nationalparks" gelegen, befindet sich direkt an der UT-24 ein spektakulärer Boondocking-Stellplatz. Er liegt auf der rechten Seite der Strasse und bietet zahlreiche Stellplätze auf öffentlichem Land. Obwohl die Strasse ziemlich nah ist, ist er auch Nachts sehr ruhig und die Umgebung ist nicht von dieser Welt! Die Felswände scheinen in allen Farben zu leuchten und die ganze Gegend ist ein wahrer Fleck des Friedens und der Ruhe. Perfekt um einen Zwischenhalt einzulegen, wenn man vom "Bryce Canyon" aus Richtung Moab oder umgekehrt fährt.
Preis: gratis (no hookups)

Video der Wanderung am 2. Tag im Arches National Park zum Delicate Arch, Kletterpartie im Goblin State Park und dem wunderschönen Stellplatz an der UT-24 kurz vor Torrey - for free!!!

Kodachrome Basin State Park Campground
Lage: Er liegt ca. 30 Autominuten südlich des berühmten "Bryce Canyon" entfernt, ist ruhig, überschaubar und wunderschön. Die Felsen leuchten auch hier in den unglaublichsten Farben, von Braun zu Rot, von Orange bis gelb, weiss und rosa. Die säulenartigen Felspfeiler ragen wie mahnende Finger hoch in den Himmel. Der Campingplatz befindet im Talkessel inmitten einer eindrücklichen Landschaft aus verschiedensten Felsformationen.
Campingplatz: Die Stellplätze sind schön angelegt und verfügen jeweils über einen Picknick-Tisch und eine Feuerstelle. Holz kann in der Nähe der Sanitäranlagen gekauft werden. Hier sind wir völlig unverhofft auf die schönsten Sanitäranlagen unserer gesamten Amerika und Canada Reise gestossen. Wer hätte das gedacht! Irgendwo im Nirgendwo trifft man plötzlich auf eine begehbare Duschen mit Regenbrause! Der gesamte Campground war sauber und gut gepflegt und wer gerne Wandert, kommt hier auf seine Kosten!
Preis: Es gibt Stellplätze ohne Anschlüsse, solche mit Teilanschluss (nur Strom) und solche mit allen Anschlüssen (Strom und Wasser). Die Preise lagen damals zwischen $25 bis $35 / Nacht.

Video der Fahrt über den unglaublich schönen Highway 12, bis Hoch auf 3000 Meter, zum Kodachrome Basin State Park mit seinem schönen und naturbelassenen Campground sowie der Fahrt zum Bryce Canyon, wo wir zwei Tage in diesem märchenhaften Nationalpark verbracht haben.



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