Das sind wir

Jamie (8), Martin (43), Lynn (10) und Amy (39)

Martin ist  43 Jahre alt und ein allrounder Talent im Stil des guten, alten Mac Guyvers. Frei nach dem Motto: "Was nicht passt, wird passend gemacht". Solange er an etwas rumschrauben und werkeln kann, ist er selig. Er überrascht uns immer wieder mit ausgefallenen und manchmal auch etwas durchgeknallten Ideen. Langweilig wird's jedenfalls nicht. Als ehemaliger Polizist ist er auch für das ausgeklügelte Sicherheit-Dispositiv der Familie besorgt. Die elektrische Gitarre aus wilden Tagen hat er mittlerweile gegen eine gemütliche Akustik-Variante eingetauscht.

Amy ist 38 Jahre alt und ist stets um das Wohl der Familie besorgt. Sie war schon von klein auf reisebegeistert und konnte ihre Leidenschaft später als Flight Attendant voll ausleben. Danach hat sie als Physiotherapeutin gearbeitet, was der Familie in Gesundheitsfragen auch immer wieder zugute kommt. Am Meer fühlt sie sich am wohlsten und wenn man sie so da stehen sieht, bekommt der Begriff "Weltfrieden" eine ganz neue Dimension. Ihre Liebe zu Spaziergängen in der Natur hat sie leider noch nicht ganz auf die Familie übertragen können. Aber wir arbeiten dran!

Lynn ist 10 Jahre alt und unser kleiner Wirbelwind. Mit ihrer Energie könnte man eine Kleinstadt mit Strom versorgen und ihre Fantasie würde einige spannende Buchgeschichten hervorbringen. Momentan lebt sie ihre überschäumende Vorstellungskraft beim Spielen mit Schleich-Pferden aus. Aber auch die richtigen Pferde haben es Lynn angetan. Deshalb tauscht sie regelmässig den Sattel gegen einen Stock aus, an dessen oberem Ende ein Pferdekopf thront. "Hobby-Horsing" nennt sich diese Sportart. Tiere sind allgemein genau ihr Ding und wenn sie gross ist, möchte sie mal einen Bauernhof übernehmen.

Jamie ist 8 Jahre alt und der kleine Computer der Familie. Wir haben es aufgegeben, sein Erinnerungsvermögen anzuzweifeln, denn meistens hat er recht. Spätestens seit unserem Besuch in Texas gehört sein Herz nicht nur den Cowboys, sondern ebenfalls den Pferden. Wie seine Schwester, hat auch er ein gutes Gespür für Tiere. Selten war er ohne Cowboyhut, Boots und Spielzeug-Revolver anzutreffen. Feuer wird seither natürlich nur noch mit dem Feuerstein gemacht. Die Leidenschaft zur Aviatik hat er vermutlich von Papa geerbt, weshalb er momentan den Wunsch hat, später einmal Pilot zu werden.

Unser Gespann

Zugfahrzeug: RAM 1500 mit der legendären 5,7 L HEMI-Motor
Anhänger: Fifth Wheel, Grand Design, Reflection Series 150

Unsere Philosophie

Ende 2017 stellten wir fest, dass sich der Zeiger unseres Lebensbarometers irgendwo im Bereich "Wind of change" fix eingependelt hat. Nein... uns war nicht nach einem schwülstigen Pfeiff-Solo zumute, sondern eher nach einer Veränderung in unserem Leben. Unser Leben verlief bis dahin weitgehend in geordneten Bahnen und hatte durchaus das Potenzial, friedvoll und geschmeidig bis ins hohe Alter so weiter zu gehen. Eine wunderbare Familie, ein sicherer und gut bezahlter Job und stolze Besitzer eines Häuschens im Grünen. Wir waren an einem Punkt angelangt, der sich zwar auf der einen Seite sehr komfortabel anfühlte, sich aber auf der anderen Seite immer mehr festzufahren drohte. Der klassische "Korsett-Effekt". Sorgt es einerseits dafür, dass alles an seinem Platz bleibt und toll aussieht, verhindert es andererseits auf Dauer eine angemessene Sauerstoffversorgung. Wir haben uns jedenfalls entschlossen, mal wieder richtig durchzuatmen. Das Ruder wieder selbst in die Hand zu nehmen. Und um dem Ganzen eine verbindliche Note zu verleihen, verkauften wir unser Haus, welches wir gerade mal 5 Jahre zuvor erbauen liessen. So legten wir den Grundstein für unser Abenteuer, von welchem wir damals noch nicht einmal wussten, wohin es uns führt. Für uns hiess es die Komfortzone zu verlassen. Eine Portion Risiko, eine handvoll Loslassen und eine Prise Ungewissheit gehören wohl dazu, wenn man im Leben nachhaltig etwas bewegen will. Die Möglichkeit für eine gewisse Zeit aus der Reihe herauszutreten, um alles mal wieder aus einer gewissen Distanz zu betrachten.

So weit, so gut. Der Entschluss steckte noch in den Kinderschuhen, als sich der wohlstandswahrende und sicherheitsverliebte Zentraleuropäer in uns meldete. Mit finsterer Miene stellte er unmissverständlich klar, dass wir uns mit so einer hirnrissigen Aktion ratzfatz an der Kante eines sozialen und finanziellen Abgrunds wiederfinden würden. Job weg, kein Dach über dem Kopf und beinahe das gesamte Hab & Gut veräussert - die Zeit nach unserer Rückkehr hörte sich an wie das Drehbuch zu einem Endzeit-Blockbuster. Schulpflicht, Entwurzelung, Spielkameraden, Kontinuität ... eine Armada von drohend erhobenen Zeigefingern tauchte vor unserem geistigen Auge auf! Trotz anfänglicher Zweifel sind wir mittlerweile der festen Überzeugung, damit die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Der Schulstoff lässt sich mit etwas Disziplin spielerisch, zielgerichtet und nachhaltig vermitteln. Und auch was den fehlenden Sozialfaktor anbelangt, so haben sich unsere Befürchtungen bislang ebenfalls nicht bewahrheitet. Konfliktkunde, Umgangsformologie und die restlichen 4500 Kompetenzen die der aktuelle Schweizer Lehrplan bemüht ist zu vermitteln, werden nach wie vor auf dem Spielplatz und untereinander geübt und angewandt. Also, alles gut soweit!

März 2020

Wieder zurück in der Schweiz... Nordamerikareise liegt bereits hinter uns und wir können aus heutiger Sicht mit Bestimmtheit sagen: Es hat sich mehr als gelohnt! Ein 336 Tage dauerndes Abenteuer in Amerika und Canada, welches uns nicht nur als Individuen sondern auch als Familie unglaublich bereichert hat. Viele hätten sich vermutlich dafür entschieden, ein solches Projekt auf später zu verschieben. "Dann, wenn die Kinder mal draussen sind …" wie es oft so schön heisst. Nur wer kann heute schon sagen, ob man im Alter überhaupt noch den Mut, die Mittel und die Verfassung dazu hat? Die Retroperspektive dieser Menschen ist nicht selten gespikt mit einem Sammelsurium an Konjunktiven: "Sollte", "Hätte", "Könnte", Würde". MACHEN lautet unsere Devise und darin hat uns diese Reise nur noch bestärkt! 

Nach einigen Hürden, die es wegen dem Export der Fahrzeuge und unserer persönlichen Gegenstände zu meistern galt, sind wir nun wieder in der Schweiz. Das importierte Gespann, bestehend aus einem Pickup und 5th Wheel, sind wir nun dabei umzurüsten. Denn damit wollen wir in kürze in unser nächstes Abenteuer aufbrechen: Eine Tour kreuz und quer durch Europa. Die Details zum Fahrzeugexport und wie wir den deutschen Zoll in Hamburg letztendlich doch dazu bewegen konnten, unsere Fahrzeuge herauszurücken, könnt ihr in einem separaten Blogbeitrag lesen. So viel sei gesagt, es war alles andere als einfach. Aber wo ein Wille, ist meist auch ein Weg. 

Momentan zwingt uns der Covid-19 Virus eine Pause in der Schweiz einzulegen, doch wir freuen uns auf unsere Europatour!


TOP